
Nach den Böllerwürfen vor dem Haus der Gelsenkirchener Landtagsabgeordneten Enxhi Seli-Zacharias (AfD) hat sich ein 16-Jähriger im Beisein seiner Mutter auf der Polizeiwache in Buer gestellt. Er gab an, nicht gewusst zu haben, dass in dem Haus in Buer eine Politikerin, geschweige denn die Chefin der Gelsenkirchener AfD, wohnt.
Die Polizei nahm die Ermittlungen auf, nachdem Seli-Zacharias am Dienstagmorgen (28. Juli) um 4.58 Uhr laute Knallgeräusche vor ihrer Haustür wahrgenommen hatte. Es bestand der Anfangsverdacht des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. Vor Ort wurden Überreste von Pyrotechnik gefunden. Zeugen hatten drei junge Personen mit E-Scootern beobachtet, die Böller in Richtung des geparkten Fahrzeuges der Landtagsabgeordneten geworfen haben sollen.
Tatsächlich hat die Polizei nun auch drei Tatverdächtige ermittelt. Neben dem 16-Jährigen, der sich selbst bei der Polizei meldete, sollen zwei weitere Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren an der Tat beteiligt gewesen sein. Die Ermittlungen gegen die drei Jugendlichen dauern an.
Seli-Zacharias hatte am Morgen nach dem Vorfall noch betont, sie sei froh, in Gelsenkirchen zu leben, da „das Polizeipräsidium ihre Bedrohungslage sehr ernst nimmt“. Zumindest im aktuellen Fall hält die Polizei fest, dass „nicht von einer politisch motivierten Straftat auszugehen ist“.
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Enxhi Seli-Zacharias ist Kreissprecherin der AfD in Gelsenkirchen, Vize-Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion und stellv. Vorsitzende der AfD-Fraktion im Gelsenkirchener Stadtrat. Zuletzt sorgte sie mit Aktionen wie den sogenannten „Putz-Videos“ in Ückendorf, die zur Abwahl ihres Parteikollegen Norbert Emmerich als Vize-Bürgermeister der Stadt führten, oder der Namensnennung von Angeklagten in einem Prozess um Kindesmissbrauch, für polarisierende Reaktionen. In der Folge wurden mehrere Strafanzeigen gegen sie gestellt.
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