Fan-Zoff auf Schalke: Ultras wehren sich und werfen SFCV „Tabubruch“ vor – WAZ


Kurz vor der Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 an diesem Samstag melden sich auch die Ultras Gelsenkirchen (UGE) zu Wort. Die einflussreiche Fangruppe zeigt sich verwundert über die Kommunikation und das Vorgehen des Fanclub-Verbandes (SFCV). „Vermehrt aufkommende Unwahrheiten und bewusst veröffentlichte Falschinformationen veranlassen uns dazu, ein paar Punkte einzuordnen und klarzustellen“, schreiben die Ultras in einer Stellungnahme auf ihrer Homepage.
Der Grund für die Aufregung? Vor allem die Diskussionen über einen Satzungsänderungsantrag von Dennis von Heesen, der bei der diesjährigen Mitgliederversammlung zur Abstimmung steht. Von Heesen ist ein führendes Mitglied der Ultras und beantragt, dass der SFCV künftig nicht mehr automatisch eine Person aus den eigenen Reihen in den Aufsichtsrat entsendet. Zwar soll weiterhin ein Fanvertreter einen festen Sitz im Aufsichtsrat bekommen, der SFCV soll – so ist es beantragt – künftig allerdings gemeinsam mit anderen Fangruppierungen (SFCV, Ultras, Supportersclub, Block I, Fan-Ini) über den Fanvertreter entscheiden.
„Dass der Fanvertreter einzig und allein vom Vorstand des SFCV ausgewählt wird, ist nicht mehr zeitgemäß und bildet die mittlerweile stark gewachsene und viel diversere Fankultur nicht vollständig ab“, erklärt von Heesen in seinem Antrag. Die Ultras Gelsenkirchen beispielsweise sind kein Mitglied des SFCV.
Dass der SFCV diese Machtposition nicht abgeben will, sei für die Ultras „nachvollziehbar“. Die Gruppe weist allerdings von der Hand, dass der Fanclub-Verband mit dem Antrag zur Veränderung dieses Status quo überrascht wurde. „Dies ist allen Beteiligten bereits ein halbes Jahr lang bekannt und mehrfach gemeinsam diskutiert worden“, heißt es. Sogar Ideen für eine praktische Umsetzung der Neuregelungen seien besprochen worden.
Die Ultras stellen zudem klar, dass sie den Sitz im Aufsichtsrat nicht automatisch für sich beanspruchen wollen. „Wir haben in allen Treffen klar geäußert, dass wir mit unserem Antrag nicht das Bestreben verbinden, eine Person aus unseren Reihen in den Aufsichtsrat entsenden zu wollen. Uns geht es um eine Stärkung der Position sowie eine Legitimation auf breiterer Basis“, steht dazu in der Stellungnahme.
Zum Abschluss der zwei DIN-A4-Seiten langen Stellungnahme weisen die Ultras entschieden zurück, dass es ihnen beim viel diskutierten Antrag primär um die Kartenvergabe an Fanclubs ginge. Dies sei „bewusste Manipulation“ von S04-Mitgliedern im Vorfeld der MV, heißt es. Weiter behaupten die UGE, dass einigen Fanclubs und Mitgliedern mit dem Verlust von Tickets gedroht werde, sofern sie nicht zur Mitgliederversammlung erscheinen und abstimmen, wie es vom SFCV vorgegeben werde. Das sei „beispiellos und ein großer Tabubruch“.
Verwundert zeigen sich die Ultras zudem über die Empfehlung des Fanclub-Verbandes, den amtierenden Aufsichtsratschef Axel Hefer abzuwählen. „Nach einer herausragenden 70-Punkte-Saison die aktuell handelnden und damit verantwortlichen Personen in Frage zu stellen, ist schon eine spannende Bewertung, die am Ende aber bei der Wahl jeder für sich treffen muss“, so die UGE. „Ganz egal, wen man wählen möchte, der Aufsichtsrat hat sicherlich nichts mit einer Kartenvergabe zu tun und die Wahl sollte völlig unabhängig davon getroffen werden.“
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