
Es ist die große Leistung der „Goldstücke“, dass sie im Herbst nicht nur zuverlässig weite Teile Buers zum Leuchten bringen – sondern immer auch die Herzen der zahlreichen Gäste. Das beliebte Lichtkunst-Festival erlebt vom 2. bis 5. Oktober bereits seine sechste Auflage. Und alle Neugierigen dürfen sich schon jetzt wieder auf jede Menge „schönen Schein“ freuen.
„Active Positive“ lautet das Motto diesmal. Ausgedacht hat es sich Hendrik Wendler. Er ist der Kurator und künstlerische Leiter dieses strahlenden Abend-Events und nimmt mit seinem Motto Bezug auf Oskar Hansen, einen polnischen Architekten, der bis zu seinem Tod im Jahr 2005 in Warschau gelebt hat.
„Hansens Open-Space-Ansatz begreift unsere gebaute Umwelt nicht als Ansammlung von Architekturmonumenten, sondern als offenen Raum, der von seinen Bewohnern genutzt, bespielt und mitgestaltet wird“, erklärt Wendler. Und das sei auch genau das, was ein Lichtkunstfestival wie die „Goldstücke“ vermitteln wolle.
Dass die Besucherscharen wie in den Jahren zuvor auch diesmal wieder zu Tausenden nach Buer strömen werden, dürfte bei der Qualität der ausgewählten Werke beinahe garantiert sein. „Wir hatten 90 Bewerbungen vorliegen, von denen wir letztlich zehn ausgewählt haben“, erklärte Wendler, der aus Weimar stammt, wo er bereits vergleichbare Festivals verantwortlich organisiert hat. Einige der nun Ausgewählten kenne er auch schon von vorheriger Zusammenarbeit. Viele von ihnen hätten ihm in Vorgesprächen von den „Goldstücken“ vorgeschwärmt. Er selbst betrete in Gelsenkirchen hingegen persönliches Neuland – und sei entsprechend gespannt und erwartungsvoll.
Der Rundgang, den Wendler nach der feierlichen Eröffnung am 2. Oktober ab 20 Uhr vor dem Rathaus Buer empfiehlt, beginnt eben genau dort. Die Fassade des Gebäudes wird in strahlende Farben und Kontraste getaucht. „Denkendes Auge“ heißt diese Arbeit des in der Region Barcelona beheimateten Studios Sinoca, das von der Künstlerin Silvia Isach geleitet wird.
Von dort geht’s weiter in den benachbarten Goldbergpark, wo gleich zwei spektakuläre Lichtkunst-Arbeiten von Sedemminut zu finden sein werden. Hinter diesem Künstlernamen verbirgt sich ein Slowake, dessen Installation „For Peace!“ fraglos zu den absoluten Hinguckern dieser „Goldstücke“-Ausgabe zählen wird.
Rund um die Sparkassen-Filiale dienen drei Werke als Publikumsmagnet: Auf dem Springemarkt zeigt das deutsche Künstlerkollektiv Area Composer die Video-Klang-Installation „Wheels – Tribut to Drivers“. Projiziert werden die Bilder auf einem dort abgestellten Lkw. In den Schaukästen der Robinienhof-Passage sind die „Luminous Objekts“ des Künstlerkollektivs Xenorama aus Potsdam zu sehen. Und im Robinienhof zeigt der niederländische Künstler Gertjan Adema „Marbles“ eine riesige, rotierende Murmelbahn, die mit viel Licht, Bewegung und Sound arbeitet.
Weitere vertraute Anlaufpunkte auf dem Rundgang werden die St.-Urbanus-Kirche, die „Werkstatt“, das Kino „Schauburg“, das Kunstmuseum und der Ratskeller sein – ergänzt durch die Hochstraße, auf der einige strahlende Walking Acts unterwegs sein werden. Letztere aber nur am 2. und 4. Oktober.
An diesen beiden Abenden kehren auch die Scheinzeitmenschen aus Bochum nach Buer zurück. 2023 waren sie schon einmal mit einer Arbeit vertreten. Diesmal wollen sie bei „Light in Concert“ die Töne der Band Yenga in Licht umwandeln – und andersherum sollen aus Farbsequenzen Töne werden. Eine Arbeit, auf die sich auch OB Karin Welge und Kulturreferats-Leiterin Andrea Lamest besonders freuen. „Lassen sie sich verzaubern“, drückte Welge ihre Begeisterung und Vorfreude aus.
Andrea Lamest betonte den hohen Stellenwert, den die Kunstvermittlung bei diesem Festival einnimmt. An jedem Spielort stehen kundige Ansprechpartner für Rückfragen der Besucher bereit, leicht zu erkennen an ihren Westen mit den großen Buchstaben. Die sind natürlich im Farbton Gold gehalten – kein Wunder bei den „Goldstücken“.
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Das Gesamtbudget für das Festival liegt laut Andrea Lamest bei rund 250.000 Euro. Der Großteil davon werde durch die finanzielle Unterstützung von Freunden und Förderern geschultert. Laut Vorstandsmitglied Michael Klotz steuere allein die hiesige Sparkasse 45.000 Euro bei. „Kultur verbindet Menschen, sie fördert den Dialog untereinander und lockt im Falle der Goldstücke sogar zahlreiche Gäste von auswärts an“, begründet er das Engagement.
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