Hier schneidet Gelsenkirchen besonders gut – und schlecht ab – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


Gelsenkirchen. Gelsenkirchen im Umwelt-Check: Luft, Wasser und UV-Strahlung – wie gesund ist die Stadt wirklich? Neue Zahlen decken regionale Unterschiede auf.
Wie gut sind Luft, Wasser und Sonne für unsere Haut – gerade im Ruhrgebiet? Dieser Frage ist das Unternehmen Formelskin in einer aktuellen Analyse nachgegangen. Untersucht wurden die 20 größten Städte Deutschlands, darunter auch viele in Nordrhein-Westfalen. Für Gelsenkirchen liegen uns exklusive Daten vor – und die zeigen: Während das Trinkwasser sehr hautfreundlich ist, sorgt vor allem die Luftqualität für Probleme.
Besonders deutlich wird das beim Thema Luft: Die Feinstaubwerte in Gelsenkirchen zählen laut der Analyse zu den höchsten im gesamten Vergleich. Der sogenannte PM2.5-Wert – ein Maß für sehr feine Staubpartikel (kleiner als 2,5 Mikrometer) – liegt bei 10,15 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Das ist der höchste gemessene Wert im Städtevergleich. Auch bei den gröberen Partikeln (PM10) liegt Gelsenkirchen mit 15,5 auf dem Niveau von Essen. Der Stickstoffdioxid-Wert (NO2), ein Abgas, das vor allem aus dem Straßenverkehr stammt, liegt bei 23,5 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – ähnlich wie in Dortmund, Düsseldorf oder Wuppertal. Die zugrunde liegenden Luftwerte stammen aus öffentlich zugänglichen Daten des Umweltbundesamtes, ausgewertet wurden die durchschnittlichen Jahreswerte jeder Stadt.
Was bedeutet das für die Haut? Dazu sagt Formelskin: „Gerade die hohen Feinstaubwerte in Gelsenkirchen sind ein echtes Problem für die Haut. Feine Partikel aus Verkehr und Industrie setzen sich auf der Hautoberfläche ab und können Entzündungen begünstigen. Dass Gelsenkirchen hier mit den höchsten Werten im Städtevergleich auffällt, zeigt, wie stark urbane Belastungen spürbar werden können.“
Auch die Geschichte der Stadt spielt laut Analyse eine Rolle. Die Luft in Gelsenkirchen sei „nach wie vor von den Altlasten des Kohleabbaus geprägt“, wie es heißt. Heute sind es vor allem Verkehr, Industrie und bestimmte Wetterlagen, die die Luftqualität beeinflussen.
Deutlich besser schneidet Gelsenkirchen beim Trinkwasser ab – ein Punkt, der für die Hautpflege mindestens ebenso wichtig ist. In vielen Stadtteilen stammt das Wasser aus dem Wasserwerk Haltern. Dort liegt der Härtegrad bei 11,2 °dH. Das entspricht einem Kalkgehalt, der in der Analyse als ‚ideal‘ für die Haut gilt, weil er sich genau in der Mitte des hautfreundlichen Bereichs bewegt. Auch der pH-Wert mit 7,6, also der Säuregrad des Wassers, und der Chloridgehalt mit 25 gelten als sehr ausgewogen. Die Daten basieren auf Trinkwasseranalysen der jeweiligen Versorger und Stadtwerke, die Formelskin für die Auswertung herangezogen hat.
Teile der Stadt, zum Beispiel Ückendorf, Rott­hausen oder Feldmark, werden über das Verbundwasserwerk Essen versorgt. Auch dieses Wasser ist im Städtevergleich gut bewertet. Formelskin erklärt dazu: „Mit einem idealen Härtegrad und hautfreundlichem pH-Wert bietet das Trinkwasser in Gelsenkirchen einen echten Ausgleich.“
Die dritte untersuchte Kategorie ist die UV-Strahlung – also die Sonnenbelastung, die täglich auf die Haut trifft. Gemessen wird diese über den sogenannten UV-Index. Der nächstgelegene Messpunkt befindet sich in Dortmund. Dort liegt der durchschnittliche Wert bei 3,02, etwas über dem bundesweiten Schnitt von 2,89. Die UV-Daten stammen aus dem Geoportal des Bundesamts für Strahlenschutz. Das bedeutet: Gelsenkirchen bewegt sich im leicht erhöhten Bereich.
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Im Ruhrgebiet gibt es zum Teil spürbare Unterschiede. Beim Trinkwasser liegt Gelsenkirchen im Mittelfeld – das gilt laut Analyse als besonders hautfreundlich. In Duisburg ist das Wasser deutlich härter. Bei der Luft schneiden Gelsenkirchen, Essen und Dortmund dagegen ähnlich schlecht ab.
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