Kunstschule freut sich über großen Erfolg ihrer „rollenden Angebote“ – WAZ


Die Kunstschule Gelsenkirchen macht ihrem Namen alle Ehre: Denn ihr Programm für das zweite Halbjahr 2026 ist so farbenfreudig, kreativ und abwechslungsreich wie lange nicht mehr. Kein Wunder, dass das Motto dieses Mal lautet: „Jetzt wird‘s bunt“.
Doch bevor von den insgesamt 43 Kursangeboten für den Zeitraum September bis Dezember 2026 die Rede ist, möchten Brigitta Blömeke und Corinna Lee zunächst einmal über ihre beiden „KuKuMos“ sprechen. Die Vorsitzende und die Geschäftsführerin der Kunstschule mit Sitz an der Neustraße in Erle sind nämlich ebenso froh wie erleichtert, dass nun zwei Kunst-Kultur-Mobile die kleine Fahrzeugflotte des Hauses bilden. Der erste Kastenwagen konnte bereits im Jahr 2019 dank einer großzügigen Spende angeschafft werden und hatte sich in den folgenden Jahren als absolutes Erfolgsmodell erwiesen. Allein im Jahr 2024 hatte das erste „KuKuMo“ rund 200 Einsätze mit insgesamt 400 Kursstunden absolviert. Etwa 2000 Kinder und Jugendliche nutzten dieses mobile Angebot.
Aufgrund der immer größer werdenden Nachfrage wurde dann im vergangenen Jahr „KuKuMo“ Numero zwei angeschafft. Die Investitionskosten in Höhe von 15.000 Euro seien komplett von der Stadt Gelsenkirchen geschultert worden. Das Geld dafür stamme aus einem besonderen Fördertopf, so Blömeke. Insgesamt 13 Standorte steuerten die beiden Fahrzeuge des Modells Renault Kangoo dann 2025 regelmäßig an – darunter auch den Quartiersladen in Schalke, die Awo an der Katernberger Straße oder die Stadtteilbibliothek in Horst.
Die Verdoppelung der Kfz-Kapazitäten habe sich laut Geschäftsführerin Lee dann auch spürbar auf die Zahlen ausgewirkt: Insgesamt 450 Einsätze mit 900 Kursstunden und rund 4500 Teilnehmenden im Jahr 2025 bedeuteten einen neuen Rekordwert fürs „KuKuMo“. Obendrauf in der Statistik kamen laut Blömeke dann auch noch 15 Sondereinsätze – wie bei den Bezirksfesten, beim großen Familienfest im Stadtgarten oder beim „Schalke-Tag“. 15 auf Honorarbasis arbeitende Kunstschul-Kräfte waren für den laufenden Betrieb der „KuKuMos“ verantwortlich. Auch sie hatten einen großen Anteil daran, dass sich das kostenlose Angebot inzwischen einen solch guten Namen gemacht hat, dass dieser bis weit über die Stadtgrenzen hinausreicht.
Nun aber zum Programm der Kunstschule für das zweite Halbjahr 2026: Dieses beinhaltet laut Corinna Lee auch wieder zahlreiche neue Angebote. Etwa die Kursreihe „Radikal unfertig“. Diese richtet sich an ein erwachsenes Publikum und wird von der Künstlerin Bea Thul angeboten. Die hat erst kürzlich eine Fortbildung im Bereich Kunsttherapie absolviert. Das dabei Erlernte möchte sie jetzt in der Praxis anwenden. Die drei Kurse mit jeweils drei Terminen werden ausschließlich in Kleingruppen mit maximal acht Teilnehmenden absolviert. „So lässt sich besser auf die persönliche Entwicklung des Einzelnen eingehen“, erklärt Lee.
Neu ist auch das Angebot „Portraitzeichnen“ mit Susanne Schrade. Sie arbeitet in ihrem künstlerischen Alltag in einem Atelier auf der Bochumer Straße in Ückendorf. Ein Fakt, der auch für Künstlerin Estar Halfmann gilt, die einen neuen Batikkurs an den Start bringt. Diese Arbeit mit Stoffen und Farben sei gerade sehr angesagt. „Und wir versuchen immer, für unser Kursangebot auch aktuelle Trends aufzugreifen“, erläutert Blömeke.
Immer beliebter werden auch die Angebote der sogenannten „Frühförderung“. Diese richten sich an alle Kreativköpfe im Alter zwischen drei und sechs Jahren. Manchmal blieben die Eltern bei diesen Kursen mit vor Ort, manchmal malen und basteln die Kleinen aber auch allein. Aus der Kurspalette für Kinder ragt dieses Mal das Angebot heraus, die eigenen, gebrauchten Klamotten noch einmal „aufzupimpen“ – soll heißen: schöner und wieder tragbar zu machen. Die teilnehmenden Kinder sollten so auch lernen, dass ausrangierte Anziehsachen nicht zwingend im Altkleider-Container landen müssen.
In den 43 Kursangeboten mit addiert rund 100 Einheiten, die ab 1. September starten, engagieren sich insgesamt 46 Kursleiterinnen und Kursleiter, vier von ihnen auf ehrenamtlicher Basis. Im Vorjahr betreuten sie insgesamt 945 Kursteilnehmende. Auf ein ähnlich großes Interesse hoffen alle Verantwortlichen nun erneut. Die Kursgebühren schwanken zwischen zehn und 120 Euro. „Die Gebühren sind stabil geblieben. Die Honorare für unsere Kursleiter mussten wir aber erhöhen“, erklärt Blömeke. Dennoch sei sie zuversichtlich, dass sie alles mit dem vorhandenen Budget meistern könne.
Bleibt nur noch die Frage nach dem ganz großen Wunsch für die Zukunft? „Wir träumen von barrierefreien Räumlichkeiten. Unsere jetzigen sind es leider nicht“, so Blömeke und Lee. „Und wir hoffen, dass sich noch mehr Menschen bei uns ehrenamtlich engagieren wollen.“ Interessenten sollen sich telefonisch melden unter 0209 61 39 772. Alle Kurse auch im Netz: www.kunstschule-gelsenkirchen.de.
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