Mord an Martin Luther King: Ein Filmemacher aus Buer sucht die Wahrheit – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


„Das sind mir die liebsten Veranstaltungen“, sagt Claus Bredenbrock, „wann sonst hat man als Filmemacher die Gelegenheit, direkt mit dem Publikum in Kontakt zu kommen?“ Am Sonntag stellt der Regisseur, der aus Gelsenkirchen-Buer stammt, in der Schauburg seinen Dokumentarfilm „Martin Luther King – Ein Staatsverbrechen“ vor und steht nach dem Film für Fragen der Besucherinnen und Besucher zur Verfügung.
Am 4. April 1968 wurde der Friedensnobelpreisträger und Bürgerrechtsaktivist Dr. Martin Luther King in Memphis durch einen gezielten Kopfschuss getötet. Schon bald gab es Zweifel an der offiziellen Version, wonach ein Einzeltäter namens James Earl Ray den tödlichen Schuss abgefeuert haben soll. Erst 1999 sind die Ereignisse um die Ermordung von King zum ersten Mal in einem öffentlichen Gerichtsverfahren untersucht worden. Nach vier Verhandlungswochen und 70 Zeugenaussagen kamen die Geschworenen zu einem sensationellen Urteil: Martin Luther King wurde Opfer eines Mordkomplotts, an dem die Polizei von Memphis und Regierungsinstitutionen beteiligt waren. Doch erstaunlicherweise fanden diese Erkenntnisse in den USA nie wirklich Beachtung.
Geschichtliche Themen hätten ihn schon immer interessiert, sagt Bredenbrock – allerdings über den Umweg Popkultur. „Ich habe früher für die WDR-Sendung ,Roxy‘ mit Götz Alsmann gearbeitet“, sagt er, so sei er zum Film gekommen. Und weil sich viele Songs, vor allem in den USA, mit geschichtlichen Themen beschäftigen, habe er angefangen, das filmisch zu verarbeiten. „Ich wollte einfach wissen, was sich dahinter verbirgt“, sagt er.
So wie das Thema Martin Luther King. „Ich bin zufällig an das Material gekommen, das ein Mitarbeiter des US-Fernsehsenders ABC damals während des Prozesses aufgenommen hatte“, berichtet Bredenbrock. Anfang der Nuller-Jahre sei das gewesen, kurz nachdem der Prozess stattgefunden hatte. Bredenbrock und sein Co-Regisseur Pagonis Pagonakis nahmen das als Ausgangspunkt der Recherche, sprachen mit Prozessbeteiligten, mit Zeugen – und stießen auf weitere Ungereimtheiten. Für Bredenbrock steht mehr denn je fest: „Martin Luther King wurde nicht von einem Einzeltäter ermordet, dahinter steckt wesentlich mehr.“
Bredenbrock, Jahrgang 1947, war eher zufällig zum Film gekommen: Der Mann, der am Leibniz-Gymnasium in Buer sein Abitur gemacht hatte, hatte zunächst in Bochum Rechts- und Sozialwissenschaften und später als Lehrer gearbeitet. Seit den 1980er-Jahren ist der Bueraner aber vor allem als Filmemacher und Journalist bekannt.
Zur Schauburg hat er eine besondere Beziehung: „Als ich aufgewachsen bin, gab es in Buer vier Kinos, und die Schauburg war natürlich das schönste.“ Gut möglich, dass man Bredenbrock, der mittlerweile in der Nachbarstadt Bochum wohnt, dort demnächst häufiger sieht: Pro Quartal soll im Rahmen des Kommunalen Kinos einer seiner Filme gezeigt werden, inklusive anschließender Fragestunde.
Der Film „Martin Luther King – Ein Staatsverbrechen“ ist am kommenden Sonntag, 14. Juni, in der Schauburg zu sehen, Beginn ist um 12.45 Uhr.
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