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Immer wieder wird illegal Müll auf den Gelsenirchener Straßen deponiert. Jetzt will die Stadt mit Kameratürmen die Täter abschrecken.
Gelsenkirchen geht im Kampf gegen illegale Müllkippen neue Wege. Ab Juli soll ein mobiler Überwachungsturm an besonders belasteten Standorten eingesetzt werden. Die Stadt will damit gegen Müllsünder vorgehen und setzt erstmals auf eine flexible Kombination aus Kamera-, Radar- und Wärmetechnik.
Der neue Kameraturm soll zunächst an drei bekannten Problemorten zum Einsatz kommen: am Junkerweg, an der Achternbergstraße und an der Walpurgisstraße. Nach Angaben der Stadt häufen sich dort seit Jahren illegale Müllablagerungen. Besonders am Junkerweg sei die Situation immer wieder kritisch. Dort türme sich der Abfall teilweise so hoch, dass Fußgänger den Gehweg nicht mehr nutzen könnten und auf die Straße ausweichen müssten. Die Stadt sieht darin eine konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Auch an der Achternbergstraße und an der Walpurgisstraße sorgt illegal entsorgter Müll regelmäßig für Probleme. Durch die Abfälle würden Ratten und anderes Ungeziefer angelockt, was aus Sicht der Verwaltung ein Gesundheitsrisiko für Anwohner darstellt.
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Mit dem neuen Überwachungsturm betritt Gelsenkirchen nach eigener Darstellung Neuland. Während bislang vor allem feste Anlagen an Schulhöfen und Spielplätzen eingesetzt wurden, kann die neue Technik flexibel an verschiedenen Orten aufgebaut werden. Der Turm kombiniert Videoüberwachung, Radar und Infrarot-Wärmebildtechnik in einem einzigen System. Darüber informierte die Stadtverwaltung bereits im März.
Besonders die Kamerafunktion sorgt jedoch für Diskussionen. Die Stadt argumentiert, dass die wiederkehrenden Müllprobleme so schwerwiegend seien, dass eine Überwachung rechtlich zulässig sei. Die Aufnahmen werden zunächst verpixelt übertragen. In bestimmten Fällen soll jedoch auch eine Entpixelung möglich sein, um Verstöße besser verfolgen zu können.
Doch der Kameraturm könnte künftig noch weitere Aufgaben übernehmen. Geplant ist, die Technik perspektivisch auch in Parks und Grünanlagen einzusetzen. Mithilfe der Wärmebildkamera soll erkannt werden können, wo trotz bestehender Verbote gegrillt wird. Die Informationen würden anschließend automatisch an die Leitstelle für Sicherheit und Ordnung weitergeleitet.
Mit dem Projekt verfolgt die Stadt außerdem ein größeres Ziel. Gelsenkirchen fordert seit Längerem mehr Möglichkeiten für Kommunen beim Einsatz moderner Überwachungstechnik. Die WAZ berichtet, dass nach Ansicht der Stadt die aktuellen rechtlichen Vorgaben nicht mehr zeitgemäß seien. Der mobile Überwachungsturm könnte deshalb auch über die Stadtgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit sorgen.
Ob die Technik tatsächlich zu weniger illegalen Müllablagerungen führt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Derweil kommt es gerade in Verbindung mit der WM auch anderswo in NRW zu echten Müllproblemen.
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