
Gelsenkirchen/Halle · Nach dem spektakulären Diebstahl im Tresorraum der Sparkasse Gelsenkirchen-Buer sind erneut Schließfächer aufgebrochen worden – und das während der Geschäftszeit. Was die Polizei zum Fall in Halle (Westfalen) weiß und wie der Stand in Gelsenkirchen ist.
Absperrband der Polizei hängt vor der Sparkasse Gelsenkirchen im Stadtteil Buer. Die Filiale ist seit Bekanntwerden des Raubs geschlossen.
Gelsenkirchen, Bonn und jetzt Halle in Westfalen: Erneut sind Schließfächer in einer Sparkassenfiliale in NRW aufgebrochen worden. Wie die Polizei im Kreis Gütersloh am Freitagmittag bekannt gab, sind vier Schließfächer in der Bankfiliale an der Bahnhofstraße aufgebrochen worden – und zwar während der Geschäftszeit am Dienstag, 30. Dezember. Nach Angaben der Bankmitarbeiter soll der Einbruch zwischen 12.45 Uhr und 13.10 Uhr passiert sein, anders als im Fall Gelsenkirchen, ohne dass sich jemand Zugang von außen verschaffen musste.
Die vier Fächer sind beschädigt, wurden gewaltsam geöffnet und befanden sich nach Angaben der Polizei in einem Tresorraum, der wie in Gelsenkirchen ebenfalls in einem Keller liegt. Was in den Fächern aufbewahrt wurde und wie viele Geschädigte es gibt, oder ob die Fächer einer Person zuzuordnen sind, ist zur Stunde noch unklar. Die Polizei fragt: Wer hat rund um den Tatort an der Bahnhofstraße am Dienstagmittag verdächtige Beobachtungen gemacht? Und ruft Zeugen auf, sich unter der Rufnummer der Vermittlung 05241 869-0 zu melden.
Auch in Bonn sind jüngst Schließfächer geknackt worden, aus denen vor allem Gold gestohlen wurde. Am 17. Dezember sei die Polizei von der Leitung der Bankfiliale darüber informiert worden, dass zwei Schließfächer von Privatkunden aufgebrochen und geleert worden seien. Laut Polizei gibt es einen Tatverdacht gegen einen 22 Jahre alten ehemaligen Mitarbeiter der Bankfiliale. Mit richterlichem Beschluss hätten die Ermittler dann am 19. Dezember die Wohnung des Verdächtigen sowie dessen Nebenwohnsitz durchsucht und Beweismittel beschlagnahmt. Der 22-Jährige wurde aufs Polizeipräsidium gebracht, doch dann wieder entlassen. Es hätten keine Haftgründe wie Verdunkelungs-, Flucht- oder Wiederholungsgefahr vorgelegen. Ein Zusammenhang mit dem spektakulären Fall in Gelsenkirchen bestehe nicht.
Dort sind bei den Ermittlern nach Angaben von diesem Freitag Dutzende Zeugenhinweise eingegangen, denen nachgegangen wird. „Die Ermittlungen um Tathergang und zu den Tatverdächtigen dauern an“, hieß es von Polizeisprecher Thomas Nowaczyk. Nähere Angaben dazu könne er ermittlungstaktischen Gründen nicht machen. Bei der Polizei haben sich demnach in den letzten Tagen weit über hundert Betroffene gemeldet, um eine Anzeige zu erstatten. Grundsätzlich sei das nicht notwendig, weil die Polizei von Amts wegen ermittelt. Es genüge, wenn Betroffene sich zunächst an die Sparkasse wenden. Zum Schaden könne man immer noch keine konkreten Angaben machen.
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