
Shkumbin Dautaj musste erst mal den Kopf freikriegen. Nach dem zweiten Kampftag in der 2. Judo-Bundesliga verordnete sich der Trainer des JC Koriouchi Gelsenkirchen eine fünf bis zehn Kilometer lange Jogging-Kur. „Ich kann es nicht glauben“, schrieb er in den Vereins-Chat. Und damit dürfte er nach der 6:8-Niederlage beim JTH Oberhausen nicht allein gewesen sein.
Nur eine Sekunde fehlte den Gelsenkirchener Judoka, um sich in die übrigen Ergebnisse des Kampftags einzureihen. Während auf den anderen Matten die Punkte geteilt wurden, musste der JC Koriouchi eine Pleite hinnehmen, die so eigentlich nicht eingeplant war. Das lag zum einen an der Stärke der Oberhausener, die „alles geholt hatten, was sie zur Verfügung hatten“, wie JC-Präsident Erhan Baz berichtete. Zum anderen hatten die Gelsenkirchener aber auch das Pech auf ihrer Seite.
Negativer Höhepunkt war dabei der Kampf von Peter Lindenberg in der Klasse –90 kg. Neun Sekunden lang hielt er seinen Gegner im Haltegriff. Eine weitere und die Gelsenkirchener hätten sich am Ende wohl nicht mit einer Niederlage begnügen müssen. Stattdessen konnte sich der Oberhausener noch aus der Umklammerung befreien und am Ende den Kampf für sich entscheiden. „Das hat uns schon alle fertiggemacht“, sagt Baz.
Aber auch in der Klasse bis -73kg spielte sich ein Kampf zum Haareraufen für die Gelsenkirchener ab. Moritz Lindner, der in der vergangenen Saison keinen einzigen Kampf abgeben musste, kontrollierte das Geschehen. Dann konterte aber sein Gegner mit demselben Griff und schickte ihn auf die Matte. „Selbst der Oberhausener Trainer kam nachher zu uns und meinte, dass das Glück gewesen sei“, erklärt Baz.
Davon hätten auch die beiden Gelsenkirchener Youngsters Gregor Lindner (–60 kg) und Timon Krakow (–66 kg) etwas gebrauchen können. Doch gegen die erfahreneren Wong-Brüder hatten sie keine Chance. „In den unteren Gewichtsklassen war Oberhausen nicht zu schlagen“, muss auch Baz zugeben, der allerdings auch einen positiven Aspekt sehen konnte.
Vahe Muradyan (-100 kg) gelang es, wie schon am ersten Kampftag gegen den PSV Duisburg, seinen Gegner mit einem Würgegriff auszuschalten. Mit so einer Leistung hatten sowohl Dautaj als auch Baz nicht gerechnet – zum Sieg reichte es trotzdem nicht. In der zweiten Runde wechselte der JC-Trainer seine Aufstellung etwas durch, um möglichst vielen Kämpfern Einsatzzeit zu geben.
Für den JC Koriouchi geht es am nächsten Kampftag in eigener Halle gegen die SSF Bonn weiter (9. Mai, 14.30 Uhr).
Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt testen
Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt testen
Aktuelle Nachrichten und Hintergründe aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport – aus Essen, Deutschland und der Welt.
Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt testen
Antworten