Panzerknacker über Weihnachten: Wie Profis eine Sparkasse ausraubten – das investment


Spektakulärer Bankeinbruch in Gelsenkirchen: Täter bohren ein Loch in den Tresorraum und verschwinden spurlos. Die Polizei sucht nun Zeugen des Verbrechens.
Es war ein Coup, der an Hollywood erinnert – nur ohne Happy End für die Sparkasse. In der Nacht zum 29. Dezember löste ein Brandmeldealarm die Entdeckung eines spektakulären Einbruchs in eine Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen-Buer aus. Was Feuerwehr und Polizei im Keller des Gebäudes fanden, wirkt wie aus einem Kriminalfilm: ein metergroßes Loch in der Wand zum Tresorraum, durchwühlte Schließfächer und eine spurlos verschwundene Täterschaft.
Wie die Polizei Gelsenkirchen mitteilte, verschafften sich die Unbekannten zunächst Zugang über ein benachbartes Parkhaus an der De-la-Chevallerie-Straße. Von dort gelangten sie in einen Büro- oder Aktenraum der Bank – genau an jener Wand, hinter der sich der Tresorraum befand.
Mit schwerem Gerät machten sich die Täter ans Werk. Wie ein Polizeisprecher gegenüber Medien bestätigte, kam ein Spezialbohrer zum Einsatz, den man „nicht im Baumarkt bekommt“. Das kreisrunde Loch, das die Einbrecher durch die massive Stahlbetonwand trieben, hat einen Durchmesser von etwa einem Meter. Auf Fotos der Polizei sind Berge von Bauschutt, Mörtel und herausgerissenes Material zu sehen – Zeugnisse einer tagelangen, ungestörten Arbeit.
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Die Sparkassen-Filiale an der Nienhofstraße war seit Heiligabend geschlossen. Diese ruhige Zeit nutzten die Täter offenbar, um sich Zugang zu den Wertschließfächern zu verschaffen. Wie viele Fächer genau geöffnet wurden und welche Beute die Kriminellen mitnahmen, konnte die Polizei zunächst nicht beziffern. Die Schadenssumme steht noch nicht fest.
Am Montagvormittag versammelten sich zahlreiche Kunden vor der Sparkasse. Viele von ihnen wollten wissen, ob ihr eigenes Schließfach betroffen ist. Die Polizei räumte den Vorraum der Bank, um die Spurensicherung nicht zu beeinträchtigen. Die Sparkasse kündigte an, sich proaktiv bei den betroffenen Kunden zu melden. Bis auf Weiteres bleibt die Filiale geschlossen.
Der Einbruch wirft Fragen auf: Wann genau begannen die Täter mit ihrer Arbeit? Wie lange hielten sie sich im Gebäude auf? Und warum löste erst ein Brandmeldealarm in der Nacht Alarm aus – kein Bewegungsmelder, keine Überwachungskamera? Die Polizei prüft diese Punkte im Rahmen ihrer Ermittlungen. Parallel werden Videoaufnahmen ausgewertet und Spuren am Bohrloch sowie im Parkhaus gesichert.
Spektakuläre Tresoreinbrüche sind in Deutschland selten, aber nicht beispiellos. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Fälle, in denen Täter mit schwerem Gerät in Bankgebäude eindrangen – oft über Nachbargebäude oder unterirdische Zugänge. Die Professionalität, mit der in Gelsenkirchen vorgegangen wurde, deutet auf Erfahrung hin. Der Einsatz eines Spezialbohrers und die genaue Kenntnis der Gebäudestruktur lassen auf eine sorgfältige Planung schließen.
Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Gesucht werden Zeugen, die in den Tagen vor dem 29. Dezember im Bereich der Nienhofstraße oder des Parkhauses ungewöhnliche Geräusche wahrgenommen haben – etwa anhaltendes Bohren, Baulärm oder verdächtige Aktivitäten. Auch Beobachtungen von Personen mit auffälligem Werkzeug oder Transportbehältern könnten für die Ermittler relevant sein. Hinweise nimmt die Polizei unter den Telefonnummern 0209/365-8112 und 0209/365-8240 entgegen.

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