
Bei einer großangelegten Razzia gegen ein internationales Schleusernetzwerk hat es auch in Gelsenkirchen einen Einsatz gegeben. Ein 37-jähriger Mann aus dem Stadtteil Schalke geriet dabei ins Visier der Ermittler.
Am frühen Mittwochmorgen (25. März) durchsuchten mehr als 500 Einsatzkräfte der Bundespolizei mehrere Objekte in Nordrhein-Westfalen – darunter in Essen, Gelsenkirchen, Marl, Herdecke und Lüdenscheid. Insgesamt vollstreckten die Beamten vier Haftbefehle sowie 15 Durchsuchungsbeschlüsse.
Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurde auch in Gelsenkirchen Beweismaterial sichergestellt. Konkret fanden die Ermittler bei dem 37-Jährigen ein Mobiltelefon und weitere Aufzeichnungen. Ob der Mann zu den Festgenommenen gehört, blieb zunächst offen.
Die Ermittlungen richten sich gegen ein international agierendes Schleusernetzwerk. Die Täter sollen Migranten mit kleinen Booten über den Ärmelkanal nach Großbritannien gebracht haben. Pro erfolgreicher Überfahrt sollen sie zwischen 100.000 und 150.000 Euro verdient haben.
Die Polizei stellte umfangreiches Material sicher. Darunter waren 33 Mobiltelefone, elf Schlauchboote, ein Bootsmotor, zahlreiche Rettungswesten sowie mehr als 50.000 Euro Bargeld. Zudem fanden die Beamten zwei Gewehre und eine Pistole.
Nach Einschätzung der Ermittler nahmen die Schleuser erhebliche Gefahren für die Migranten in Kauf. Die eingesetzten Boote seien für die Überfahrt über den Ärmelkanal ungeeignet gewesen.
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Die Maßnahmen sind Teil international koordinierter Ermittlungen. Beteiligt waren Behörden aus Belgien, Frankreich und Großbritannien sowie das Bundeskriminalamt. Unterstützt wurden sie von Europol und Eurojust.
Die vier festgenommenen Personen sollen einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Anschließend ist ihre Auslieferung nach Belgien geplant. Über die endgültige Auslieferung entscheidet das Oberlandesgericht Hamm.
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