
Er war Mittelpunkt von Festen und Veranstaltungen im Gelsenkirchener Stadtgarten. Nun ist der Musikpavillon durch einen Brand zerstört worden. Die Polizei geht aktuell von Brandstiftung aus. Unmittelbar nach der Brandmeldung wurden Stimmen in der Politik laut, die Bühne schnell wieder aufzubauen.
Am Freitagmorgen ist Flatterband um die Bäume vor dem Pavillon gespannt. Spaziergänger zeigen sich erschrocken und fassungslos, machen Fotos von der Brandruine. Stunden zuvor, am Donnerstagabend (26. März), hatte gegen 20.20 Uhr ein 22-Jähriger die Feuerwehr alarmiert. Zehn Minuten zuvor war der Zeuge schon einmal am Musikpavillon entlanggelaufen. Zu dem Zeitpunkt hatte er die Stimmen mehrerer Personen aus dem Stadtgarten vernommen, es brannte noch nicht.
Als die Einsatzkräfte wenig später im Park eintrafen, stand der Pavillon bereits vollständig in Brand, Flammen schlugen aus dem Dach. Die Feuerwehr begann unverzüglich mit den Löscharbeiten. Die Einsatzkräfte brachten den Brand unter Kontrolle und löschten ihn. Kontrolliert wurden die angrenzenden Technikräume, um auszuschließen, dass sich der Brand ausbreitete. Verletzte gab es nicht.
Etwa zweieinhalb Stunden lang war die Feuerwehr mit den Löscharbeiten beschäftigt. Sie war mit 22 Einsatzkräften der Wache Altstadt sowie des Löschzugs Erle-Nord im Einsatz.
Nach ersten Ermittlungen schließt die Polizei eine natürliche Brandursache aus und vermutet Brandstiftung. Sie sucht daher nach Zeuginnen und Zeugen, die gegen 20.10 Uhr im Park waren und Verdächtiges beobachtet haben. Wer etwas beobachtet hat, kann sich unter 0209 365 7112 an das Kriminalkommissariat 11 wenden oder unter 0209 365 8240 die Kriminalwache verständigen.
In der Lokalpolitik zeigte man sich bestürzt über den Brand. „Ich bin zutiefst betroffen“, sagte Werner Wöll, Vorsitzender der CDU-Feldmark. Der langjährige Kommunalpolitiker machte darauf aufmerksam, dass der in den 60er Jahren erbaute Pavillon immer auch Veranstaltungsort und Anlaufstation im Stadtgarten gewesen sei – vom „Sommer Sound“-Festival bis zum Familienfest oder den Demonstrationen anlässlich des Tags der Arbeit.
Beim Pavillon handele es sich um „eine Architektur, die durch ihre Einfachheit besticht und unbedingt erhalten werden muss“, meint Wöll, der auch Mitglied des für den Denkmalschutz zuständigen Stadtplanungsausschusses ist. „Deshalb muss ein Wiederaufbau baldmöglichst angestrebt und umgesetzt werden.“
Die Bilder des brennenden und zerstörten Musikpavillons machen fassungslos und traurig.
„Mit dem Brand des Musikpavillons ist ein zentraler Ort für das kulturelle und gesellschaftliche Leben im Süden der Stadt zerstört worden“, zeigten sich auch die Grünen in einer Pressemitteilung geschockt. Sie wollen die Perspektiven für einen Wiederaufbau und kurzfristige Lösungen für dort anstehende Veranstaltungen in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Mitte thematisieren.
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„Die Bilder des brennenden und zerstörten Musikpavillons machen fassungslos und traurig“, sagte Franziska Schwinge, Grünen-Bezirksverordnete im Bezirk Mitte. „Für viele Gelsenkirchener*innen ist er mit persönlichen Erinnerungen verbunden. Generationen haben hier gemeinsam Musik erlebt, gefeiert und demonstriert. Daher braucht es eine politische Antwort und zeitnahes Handeln.“
Adrianna Gorczyk, kultur- und ordnungspolitische Sprecherin der Grünen-Ratsfraktion, ergänzte: „Dieser Zerstörungsakt ist schmerzhaft und verheerend und die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Wir können und wollen einen Wiederaufbau angehen, der diesen Open-Air-Kultur- und Begegnungs-Ort nicht nur erhält, sondern stärker hervorbringt, zum Beispiel durch öffentliche Toiletten.“
Mich machen Taten wie diese Brandstiftung fassungslos. Hier ist ein wichtiger Kulturort in Gelsenkirchen dem Ermittlungsstand nach mutwillig zerstört worden.
Auch OB Andrea Henze (SPD) zeigte sich am Freitagmittag bestürzt über die Zerstörung. „Unser Fokus liegt nun darauf, dass wir schnell Lösungen für die geplanten Veranstaltungen finden“, teilte sie mit. Alleine für Mai sind die traditionelle Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum 1. Mai mit Kinderfest sowie die Matinee des Polizeichores im Konzertpavillon geplant. Später folgen soll unter anderem der beliebte „Sommersound“.
Kulturdezernentin Anne Heselhaus betonte bereits, sie setze alles daran, „dass es auch in diesem Jahr einen Sommersound geben wird.“ Auch mit Blick auf andere Veranstaltungen („Laut gegen Rechts“, Bürgerbrunch, Technopartys) setze man sich kurzfristig mit den Veranstaltern in Verbindung.
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