
Bei einem Straßenbahnunfall in Gelsenkirchen sind am Donnerstagmittag (6. August) zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz. Zwei Straßenbahnen sind auf der Kurt-Schumacher-Straße in der Nähe der Veltins-Arena zusammengestoßen. Der Bahnverkehr der Linie 302 ist in beide Richtungen unterbrochen.
Nach Angaben der Feuerwehr wurden 14 Menschen leicht, sieben schwer und drei lebensgefährlich verletzt. Darüber hinaus betreuen die Einsatzkräfte 19 weitere Betroffene, die direkt oder indirekt von dem Unfall betroffen sind, jedoch nach bisherigen Erkenntnissen keine Verletzungen erlitten haben. Zur psychosozialen Betreuung macht sich ein Team aus fünf Notfallseelsorgern auf den Weg zur Einsatzstelle.
Die Kurt-Schumacher-Straße war zunächst für mehrere Stunden in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Gegen 16.10 Uhr wurde die Fahrtrichtung in Buer wieder freigegeben. Die Fahrtrichtung Süd bleibt bis zur Bergung der Straßenbahnen weiter gesperrt, die Umleitung erfolgt über die Emil-Zimmermann-Allee. Die Sperrung wird laut Polizei bis in die Abendstunden andauern.
Die Einsatzkräfte werden von Rettungsmannschaften aus Essen und Recklinghausen unterstützt. Insgesamt sind 82 Feuerwehrleute zum Unglücksort ausgerückt. Bei solchen Unfällen geht die Feuerwehr von einem Szenario von rund 25 Verletzten aus und rückt in entsprechend großer Mannstärke aus. Die erste Meldung ging bei der Polizei um 12.31 Uhr ein. Für die Protokollierung des Unfalls wurde ein speziell geschultes Verkehrsunfallaufnahmeteam der Polizei Bochum angefordert.
Der Zusammenstoß ereignete sich auf halber Strecke zwischen den Haltestellen Veltins-Arena und Willy-Brandt-Allee. Eine der beiden Bahnen soll eine Fahrschulbahn gewesen sein. Laut Polizei kam die Bahn einige hundert Meter vor der Haltestelle Willy-Brandt-Allee in Richtung Gelsenkirchen-Innenstadt zum Stehen. Eine andere Bahn, die aus Richtung Buer kam, soll nach ersten Informationen aufgefahren sein. Die Ursache wird nun ermittelt.
Auch Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze kam zur Unfallstelle, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Vor Ort informierte sie sich über den Stand des Rettungseinsatzes und sprach mit den verantwortlichen Einsatz- und Führungskräften. Zudem verschaffte sie sich in einem der beschädigten Straßenbahnwagen einen Eindruck von den Folgen des Zusammenstoßes.
Bahnfahrer müssen sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Wie Bogestra-Sprecher Christoph Kollmann mitteilt, verkehrt die Straßenbahnlinie 302 aus Bochum kommend derzeit nur bis zur Haltestelle Ernst-Kuzorra-Platz. Zwischen dort und Buer hat die Bogestra einen Schienenersatzverkehr eingerichtet. Zusätzlich ist die Buslinie 380 im Einsatz. Nicht betroffen ist die Straßenbahnlinie 301. Sie fährt weiterhin regulär über Erle bis nach Buer.
Nach Einschätzung der Bogestra wird die Sperrung noch mehrere Stunden andauern. Erst wenn Polizei und Feuerwehr ihre Arbeiten an der Unfallstelle abgeschlossen haben, können die beiden beteiligten Straßenbahnen geborgen werden. Dafür könnte die Kurt-Schumacher-Straße zeitweise weiterhin gesperrt bleiben.
Wir aktualisieren diese Meldung, sobald weitere Informationen vorliegen.
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