Tödlicher Badeunfall in Herne – 20-Jähriger springt ins „Herner Meer“ und ertrinkt – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


Ein Badeausflug am sogenannten Herner Meer hat am späten Mittwochabend in Herne ein tödliches Ende genommen: Ein Schwimmer sei plötzlich im Wasser untergegangen. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an Kräften aus. Auch ein Hubschrauber der Polizei war an der Suche beteiligt.
Ein 20-jähriger in Herne gemeldeter Syrer soll kurz nachdem er ins Wasser gesprungen war untergegangen sein, hieß es bei der Polizei. Der genaue Ablauf sei noch zu ermitteln, sagte ein Polizeisprecher. Laut einem Zeugen sei der 20-jährige in das Wasser gesprungen und habe vorgehabt, den Kanal bis zur anderen Seite zu durchschwimmen. „In der Mitte des Kanals ist er dann untergegangen“, sagte der Polizeisprecher.
„Wir haben alles versucht und waren auch sehr zeitnah an der Unglücksstelle“, sagte Theresa Hoyermann-Vogel, zuständiger Lagedienst bei der Feuerwehr Herne in der Nacht zu Donnerstag, am frühen Morgen. Um 22.42 Uhr sei der Notruf gekommen, als der Schwimmer plötzlich im Wasser des Rhein-Herne-Kanals untergegangen sei und nicht wieder auftauchte.
Mit fast 60 Kräften suchte die Feuerwehr mit Booten nach dem Schwimmer. Unter den Einsatzkräften waren auch Taucher der Berufsfeuerwehr Gelsenkirchen; zudem flog die Feuerwehr den Bereich des Herner Meeres per Drohne in der Luft ab. Die Dunkelheit erschwerte den Einsatz zusätzlich, sagte Hoyermann-Vogel.
Nach eineinhalb Stunden stießen die Feuerwehr-Taucher dann auf die Leiche des Vermissten: Sie trieb unter Wasser und wurde in ein Feuerwehrboot gezogen und an Land gebracht. Dort habe der Notarzt nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen können.
Laut Feuerwehr war der Schwimmer mit mehreren Begleitpersonen zum Baden ans Herner Meer gekommen; seine Begleiter, die noch versucht hätten, ihn auf eigene Faust im Wasser zu suchen, hätten unter Schock gestanden. Sie wurden von Notfallseelsorgern vor Ort betreut.
Das Baden im Herner Meer ist wie im gesamten Rhein-Herne-Kanal verboten, bestätigt die Feuerwehr. Gleichwohl werde es geduldet, weil es vor allem im Sommer viele Ausflügler dorthin zieht. Die Wasserfläche, die etwa 500 Meter lang und 240 Meter breit ist, ist nach einer Information des Historischen Vereins Herne/Wanne-Eickel durch die Lage als Endpunkt des Dortmund-Ems-Kanals entstanden und liegt im Bereich der Schleuse Herne-Ost des Rhein-Herne-Kanals (siehe auch Kasten).
Im Juli vergangenen Jahres kam dort ein 19-Jähriger beim Schwimmen ums Leben. Die Feuerwehr warnt davor, dort zu schwimmen: Das Herner Meer ist zwischen fünf und sieben Meter tief; im Wasser herrschen Strömungen und Unterströmungen, auch wenn das Gewässer wie ein ruhiges Endstück des Kanals wirke. „Das ist kein Badegewässer“, sagt Theresa Hoyermann-Vogel.
Die Identität des Toten sei noch nicht bestätigt, sagte am Morgen ein Sprecher der Polizei Bochum. Die Ermittlungen liegen nun bei der dortigen Kriminalpolizei.
Die Wasserfläche östlich der Schleuse Herne-Ost am Rhein-Herne-Kanal an der Grenze zu Recklinghausen wird als „Herner Meer“ bezeichnet. Es ist ungefähr 500 Meter lang und 250 Meter breit und umfasst auch das kleine Hafengebiet mit Yachthafen, früher Hafen von Friedrich der Große. Sie Stadt Herne will das Gebiet rund um das Herner Meer in den kommenden Jahren zu einem Erholungs- und Freizeitquartier umbauen.
Blickfang im Herner Meer ist die Großskulptur „Reemrenreh“ von Bogomir Ecker. Das gelbe Kunstwerk, das 2010 im Rahmen der Emscherkunst entstand, wird im Volksmund liebevoll auch „Käsestange“ genannt. Warum „Reemrenreh“? Ganz einfach: „Herner Meer“ – rückwärts gelesen.
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