
Mit mehreren Hundert Autos und einigen Dutzend Motorrädern sind Fans der Tuning-Szene am Freitagabend durch das Ruhrgebiet gefahren. Als sie sich in Dortmund versammelten, sperrte die Polizei das Gelände kurzerhand ab.
Gegen 18.40 Uhr war die Polizei nach eigenen Angaben auf das Treffen auf dem Metro-Parkplatz im Indupark gestoßen, hieß es am Samstagmorgen auf Nachfrage in der Leitstelle. Als die Polizei vor Ort nachschaute, seien dort etwa 100 zumeist aufgemotzte Fahrzeuge angetroffen worden. Die Zahl der Autos habe sich anschließend etwa verdoppelt, teilte die Polizei.
Allerdings sei es laut Polizei zu keinen Problemen gekommen; von riskanten Fahrmanövern oder aufheulenden Motoren habe man keine Kenntnis, hieß es am Samstag. Da der Parkplatz nicht durch Schranken gesichert sei, sei das Treffen dort nicht illegal gewesen, erklärte eine Polizeibeamtin.
Dennoch hatte die Polizei das Treffen schließlich unterbunden, „indem wir verhindert haben, dass weitere Fahrzeuge auf den Parkplatz fahren.“ Auch habe sich „ein Verantwortlicher des Treffens“ bei der Polizei vor Ort gemeldet. Er habe mitgeteilt, man rechne mit insgesamt 500 beteiligten Fahrzeugen bei dem Treffen.
Die Szene habe sich dann wieder in Bewegung gesetzt – auch dabei habe die Polizei keine Verkehrsvergehen beobachtet, hieß es in der Polizeileitstelle in Dortmund.
In der Folge, bestätigte die Kreispolizei Recklinghausen, seien zahlreiche Fahrzeuge der Szene in der Nähe der Bahnhofsstraße in Castrop-Rauxel gesichtet worden – offenbar auf der Durchfahrt, sagte ein Beamter der Polizei-Leitstelle, wo es am Samstagmorgen ansonsten keine weiteren Informationen dazu gab.
Der Treff fand sein Ziel schließlich in Gelsenkirchen, wie die dortige Polizei am Samstagmorgen auf Nachfrage bestätigte. Auf der „Nahverkehrsanlage“ an der Arena AufSchalke hätten sich dann „bis zu 300 Fahrzeuge“ samt Besatzungen verammelt, teilte die Polizei mit. Der Parkplatz, auf dem bei Schalke-Spielen die Busse der Heimfans parkten, wie ein Mitarbeiter erläuterte, sei es „gerammelt voll gewesen“ – zu voll für zum Beispiel gewagte Fahrmanöver, hieß es bei der Polizei, wie man es von Tuner-Treffen auch kennt.
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Gegen Mitternacht habe sich das Treffen dann aufgelöst, das laut Polizei „völlig problemlos“ verlaufen sei, wie es in der Leitstelle hieß.
Damit erfüllte sich offenbar das Ziel, wie es auf dem Portal Instagram in der Tuningszene-Community „fullsend.nrw“ im März vergangenen Jahres bekannt gegeben worden war. Dort wurde selbstkritisch eingestanden, die Szene habe in der Vergangenheit „das Vertrauen der Behörden ausgenutzt und beschmutzt“, weil es auf derartigen Treffen immer wieder auch zu – verbotenen – „Burnouts und Drifts“ gekommen war. Stattdessen habe man es sich als „Saisonvorsatz“ genommen, dass Tuning-Treffen der Szene künftig friedlich ablaufen sollten und dazu dienen sollten, „sich über die gemeinsamen Interessen zu unterhalten.“
Die Polizei bestätigte auf Nachfrage, die Gruppierung, die das Treffen an der Arena organisiert hatte, habe sich bereits in der Vergangenheit als „unproblematisch“ erwiesen.
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