Von Schalke nach Lohmar: Gelsenkirchener Lehrer schaffen 100 km-Lauf – WAZ | Westdeutsche Allgemeine Zeitung


Gelsenkirchen. Drei Lehrer und eine Lehrerin der Gesamtschule Berger Feld liefen zusammen mit Extremsportler Joey Kelly von der Veltins-Arena bis ins Rheinland. Was dahinter steckt.
Die Spuren des Kraftakts sind bei Kevin Kisyna nach wie vor zu erkennen. „Meine Füße sehen immer noch nicht sonderlich toll aus“, sagt der frühere Schalker Nachwuchs-Fußballer mit einem Schmunzeln. Der Lehrer der Gesamtschule Berger Feld nahm zusammen mit seiner ebenfalls als Lehrerin tätigen Frau Christina und den beiden Berger Feld-Kollegen Timo Kube sowie Evans Ankomah-Kissi an einem 100 km-Extremlauf teil.
„Es war eine verrückte Nummer. Wir sind an der Schalker Veltins-Arena gestartet, dann über Gelsenkirchen, Essen, Velbert, Wülfrath, Wuppertal, Solingen und Leichlingen zum Zielort Lohmar gelaufen. Ich hatte zwar zwei Paar Schuhe dabei, aber durch die Reibung beim Bergab-Laufen sind zwischen den Zehen reichlich Blasen entstanden. Bis so etwas verheilt, dauert es. Trotzdem haben sich die Strapazen am Ende gelohnt“, sagt Kevin Kisyna.
Extremsportler Joey Kelly, auf dessen Eventhof in Lohmar der strapaziöse 100 km-Lauf endete, war das Zugpferd der Veranstaltung. Beim Lauf-Motto „Race for Soil“ (Wettlauf um den Boden) ging es für Kelly und Schalkes beteiligten Trikotsponsor SunMinimeal darum, auf das Problem des Verschwindens von Ackerflächen aufmerksam zu machen. Kisyna: „Wir sind nach 23 Stunden und 40 Minuten ins Ziel gekommen. Zwischendurch ist man in einen richtigen Flow geraten, aber es gab natürlich auch Situationen, in denen man an seine Grenzen gestoßen ist. Der Gedanke ans Aufgeben kam zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Gut war, dass wir uns immer wieder gegenseitig gepusht und motiviert haben.“
Bemerkenswert: Normalerweise kommen bei solchen Extremläufen nur rund 30 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Ziellinie. „Aus unserer 40er-Gruppe sind nur drei Leute vorzeitig abgesprungen“, berichtet Kevin Kisyna. Für den ehemaligen Wattenscheider und seine Mitstreiter wurden alle zehn bis 15 Kilometer Verpflegungsstände eingerichtet. „Da gab es für uns etwas zum Trinken oder etwas Brühe zur Stärkung. Nach einer viertelstündigen Pause fiel es dann allerdings schwer, wieder in Tritt zu kommen“, so Kisyna.
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Seine Frau Christina hatte vor der extremen Challenge bereits an 15 Marathon-Läufen teilgenommen. Lehrer-Kollege Timo Kube konnte auf einen 60 km-Lauf zurückblicken, den er nun mit dieser Leistung beim „Race for Soil“ noch deutlich toppen konnte. Kevin Kisyna: „Es war eine außergewöhnliche Herausforderung. Wir sind froh, dass wir mitgemacht haben. Joey Kelly hat sich während des Laufs Zeit genommen, sich für alle interessiert und uns alle buchstäblich mitgenommen.“
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