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Gelsenkirchen steht oft im Schatten seiner Nachbarstädte. Dabei hat die Stadt am nördlichen Rand des Ruhrgebiets eine bemerkenswert lange Liste bekannter Persönlichkeiten hervorgebracht. Fußball-Weltmeister, Tatort-Kommissare, Bestsellerautoren und sogar ein Nobelpreisträger – sie alle wurden in Gelsenkirchen geboren. Ein Überblick über die prominentesten Söhne und Töchter der Stadt. Rund 255.000 Menschen leben heute in Gelsenkirchen. Die […]
Gelsenkirchen steht oft im Schatten seiner Nachbarstädte. Dabei hat die Stadt am nördlichen Rand des Ruhrgebiets eine bemerkenswert lange Liste bekannter Persönlichkeiten hervorgebracht. Fußball-Weltmeister, Tatort-Kommissare, Bestsellerautoren und sogar ein Nobelpreisträger – sie alle wurden in Gelsenkirchen geboren. Ein Überblick über die prominentesten Söhne und Töchter der Stadt.
Rund 255.000 Menschen leben heute in Gelsenkirchen. Die Stadt ist vor allem als Heimat des FC Schalke 04 bekannt. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt, dass Gelsenkirchen weit mehr als Fußball zu bieten hat – auch wenn der Sport beim Thema Prominenz eine zentrale Rolle spielt.
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Manuel Neuer ist wohl der bekannteste Sohn der Stadt. Der Torwart wurde am 27. März 1986 in Gelsenkirchen geboren, begann seine Karriere beim FC Schalke 04 und wechselte 2011 zum FC Bayern München. Fünfmal wurde er zum „Welttorhüter des Jahres“ gewählt, 2014 holte er mit der deutschen Nationalmannschaft den WM-Titel.
Ganz in seiner Nähe – zumindest geografisch – wuchs Mesut Özil auf. Der Mittelfeldspieler kam am 15. Oktober 1988 in Gelsenkirchen zur Welt. Über Schalke, Werder Bremen und Real Madrid landete er schließlich beim FC Arsenal. Mit Deutschland wurde auch er 2014 Weltmeister.
Ilkay Gündogan komplettiert dieses beeindruckende Fußball-Trio. Er wurde am 24. Oktober 1990 in Gelsenkirchen geboren, als Sohn einer türkischen Familie, deren Großvater einst als Bergmann ins Ruhrgebiet kam. Gündogan spielte unter anderem für Borussia Dortmund, Manchester City und den FC Barcelona. Als früherer Kapitän der deutschen Nationalmannschaft führte er das DFB-Team bei der Heim-EM 2024 an.
Noch älter ist das Kapitel mit Olaf Thon. Der gebürtige Gelsenkirchener, Jahrgang 1966, gilt als Legende des FC Schalke 04 und spielte bis 1998 für die deutsche Nationalmannschaft. Die Fußballbegeisterung in Gelsenkirchen hat also tiefe historische Wurzeln.
Abseits des Fußballplatzes hat Gelsenkirchen ebenfalls Persönlichkeiten hervorgebracht, die in ihrer Branche Maßstäbe gesetzt haben. Martin Wuttke wurde am 8. Februar 1962 in der Stadt geboren. Er zählt zu den renommiertesten Theaterschauspielern Deutschlands. Einem breiten Publikum bekannt wurde er durch seine Rolle als Tatort-Kommissar Keppler – sieben Jahre lang ermittelte er an der Seite von Simone Thomalla in Leipzig.
Wuttkes wohl kühnste Rolle spielte er allerdings im Kino: In Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ verkörperte er 2009 Adolf Hitler. Die WAZ bezeichnete dies treffend als „vielleicht größte Rolle“ seines Lebens. Wuttke ist außerdem Mitglied der Akademie der Künste Berlin.
Wer kennt noch „Schnappi, das kleine Krokodil“? Das Kinderlied stürmte Ende 2004 die Charts – in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz und Schweden. Die Stimme dahinter: Joy Gruttmann, geboren am 6. Dezember 1995 in Gelsenkirchen. Sie sang das Lied bereits 2001 als Fünfjährige für die „Sendung mit der Maus“ ein. Heute studiert sie Innenarchitektur in Düsseldorf – ein völlig anderes Kapitel ihres Lebens.
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Ebenfalls aus Gelsenkirchen stammt Klaus-Peter Wolf, Jahrgang 1954. Er erfand die Ostfriesland-Krimis rund um Kommissarin Ann Kathrin Klaasen und schrieb sich damit in die Bestsellerlisten. Seine Bücher erschienen bislang in mehr als 24 Sprachen und wurden über 13,5 Millionen Mal verkauft. Regelmäßig hält er Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste.
Harald zur Hausen übertrifft alle genannten Namen in einer Kategorie: internationale Anerkennung. Der Mediziner wurde am 11. März 1936 in Gelsenkirchen geboren und beschäftigte sich Zeit seines Lebens mit der Entstehung von Krebs durch Viren. Seine Forschungsarbeit führte zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen Gebärmutterhalskrebs. Für seine Erkenntnisse erhielt er 2008 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin – als einziger Gelsenkirchener, der je diese Auszeichnung bekam. Zur Hausen starb 2023 im Alter von 87 Jahren.
Aus der jüngeren Generation ist Paulina Ljubas zu nennen. Die Reality-TV-Darstellerin und Influencerin kam am 6. Dezember 1996 in Gelsenkirchen zur Welt und wuchs dort auf. Bekannt wurde sie durch die Soap „Köln 50667″ sowie Formate wie „Promi Big Brother“. Auf Instagram folgen ihr mehrere Hunderttausend Menschen.
Auch in der Gastronomie hat Gelsenkirchen eine bekannte Persönlichkeit hervorgebracht. Björn Freitag ist Koch, Fernsehmoderator und Gastronom. Sein Restaurant „Goldener Anker“ in Dorsten trägt seit 2001 einen Michelin-Stern. Regelmäßig steht er für den WDR vor der Kamera, zum Beispiel in seiner Sendung „Der Vorkoster“.
Comedian Bastian Bielendorfer, 1984 in Gelsenkirchen als Sohn zweier Lehrer geboren, machte sich mit seinem Buch „Lehrerkind“ und Bühnenprogrammen bundesweit einen Namen. Und Dustin Strahlmeier, geboren 1992 in Gelsenkirchen, steht als Torwart der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft im Kasten. Bei der Weltmeisterschaft 2023 gewann er die Silbermedaille.
Die Liste zeigt: Gelsenkirchen ist keine Stadt, die man in einem einzigen Satz beschreiben kann. Der Blick auf ihre bekanntesten Töchter und Söhne umspannt Fußball-Weltmeister, Kinderlieder-Stars, Kriminalromanciers und Nobelpreisträger. Was sie eint, ist die gemeinsame Herkunft aus einer Ruhrgebietsstadt, die im öffentlichen Bild oft unterschätzt wird.
Vielleicht liegt genau darin ein Antrieb: Wer aus Gelsenkirchen kommt, hat oft das Gefühl, etwas beweisen zu müssen. Ob dieser Zusammenhang wirklich besteht, lässt sich nicht belegen. Doch die Dichte an bekannten Persönlichkeiten, die diese Stadt hervorgebracht hat, spricht für sich.
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